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09.09.2010 - 04:41 Uhr

FAQ

Was ist IPTV?

Unter IPTV ("Internet Protocol Television", zu Deutsch: Internet-Protokoll Fernsehen) versteht man die digitale Übertragung von Bild und Ton zu einem Fernsehgerät über einen breitbandigen DSL-Anschluss. Das Internet-Protokoll dient dabei als Übermittler, mit dessen Hilfe die Inhalte (TV, Radio) innerhalb des Telefonnetzes an den richtigen Empfänger geliefert werden. Benötigt wird neben einem schnellen DSL-Anschluss eine Set-Top-Box, die man vom IPTV-Anbieter erhält oder einen IPTV-Player für den PC.

Was bietet IPTV?

Da IPTV automatisch über einen Rückkanal verfügt, können neben Fernseh- und Radioprogrammen zusätzliche Abrufdienste, sogenannte Video-on-Demand-(VoD) Dienste in Anspruch genommen werden. Abhängig vom Anbieter stehen Spielfilme, Dokumentationen, Serien oder Internetvideos zum Abruf bereit, die der Zuschauer über seine Fernbedienung auswählen kann. Dafür fallen allerdings in der Regel pro angefordertem Film oder Beitrag zusätzliche Kosten an. Erweitert wird das Programmangebot um Pay-TV Programme, die man ebenfalls kostenpflichtig abonnieren kann. Es lohnt sich, die verschiedenen IPTV-Angebote der Telekommunikationsunternehmen zu vergleichen. Daneben bietet IPTV eine Elektronische Programmvorschau (EPG), den Empfang interaktiver Dienste und oft auch die Möglichkeit, Sendungen direkt auf Festplatte zu speichern.

Wie funktioniert IPTV?

Bisher war die drahtgebundene Übertragung von Bewegtbildern wegen der erforderlichen großen Bandbreite nur über ein Koaxialkabel möglich. Durch die Weiterentwicklung der DSL-Technik reicht das zweiadrige Telefonkabel jetzt auch dafür aus. Um Fernsehen in gewohnt hoher Bildqualität zu erreichen, bedient man sich eines effektiven "Tricks": Bei IPTV liegen nicht wie beim klassischen Rundfunk alle Programme gleichzeitig beim Zuschauer vor; über die DSL-Leitung werden immer nur wenige Programm-Streams gleichzeitig übertragen. Erst wenn der Zuschauer auf der Fernbedienung umschaltet, wird ihm das ausgewählte Programm zugeliefert. Um die Reaktionszeiten möglichst kurz zu halten, lädt der Receiver die Nachbarprogramme oft schon vor.

Was ist der Unterschied zwischen IPTV und Web-TV?

IPTV findet in einem geschlossenen Hochgeschwindigkeits-Datennetz (ADSL2+ mit bis zu 16 Mbit/s oder VDSL2 mit bis zu 50 Mbit/s) statt. Das erlaubt den IPTV-Anbietern dafür zu garantieren, dass die Inhalte mit einer gleichbleibend hohen Qualität beim Zuschauer auf den Fernsehschirm gelangen. Bei Web-TV ist dies nicht der Fall: Die Übertragungsqualität beim Abspielen von Videos, die beispielsweise in der ARD-Mediathek oder auf Plattformen wie YouTube im Internet angeboten werden, richtet sich unter anderem nach der jeweiligen Bandbreite des Internetzugangs und ist Schwankungen unterworfen.

Was sind proprietäre Set-Top-Boxen?

Bislang sind die IPTV-Receiver nicht untereinander austauschbar. Beim Wechsel des IPTV-Anbieters wird in der Regel eine neue Set-Top-Box benötigt. Mit dem Standard "DVB-IPTV" steht zwar eine plattform-unabhängige Technologie bereit, über die IPTV übertragen werden kann. Geräte, die diesen Standard unterstützen, sind allerdings noch nicht im Handel erhältlich. Während viele neue Fernseher bereits Tuner für den digitalen Empfang von Kabel-, Satelliten- oder Antennenfernsehen integriert haben, dürfte es noch eine Weile dauern, bis auch IPTV-Receiver standardmäßig im TV eingebaut werden.

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